Kreative Steiner folgen einer Einladung der Kuratorin der Kunsthalle Düsseldorf

Weil ihr der Film “The Beuys of Germany’s 100th Birthday” von Fabian Levin Jörissen, Lizi Poladishvili, Casper Kouwenberg und Helen Vorhoff so gut gefallen hat, lud die Kuratorin der Kunstsammlung NRW, Frau Dr. Isabelle Malz, die vier Schüler/innen und deren Lehrerinnen I. Hebben und T. Kutscher kurzerhand in ihre Kunstsammlung NRW ein und führte ausführlich durch ihre Beuys-Ausstellung “Jeder Mensch ist ein Künstler – Kosmopolitische Übungen mit Joseph Beuys”.
Ferienbedingt konnten leider nicht alle Schüler- und Lehrer/innen an dem Ausflug teilnehmen, aber eine kleine Gruppe reiste mit Zug und U-Bahn nach Düsseldorf, schaute sich nach der Ausstellung die Altstadt an, aß japanische Ramen-Nudeln und genoss den gemeinsamen Tag in der Landeshauptstadt.
Der neue Kunstbegriff von Beuys steht bei der Ausstellung im Vordergrund. Werke des Künstlers begegnen denen zeitgenössischer Künstler/innen, die sich, wie Beuys es propagiert und vorgelebt hat, gesellschaftlich „einmischen“. Alle ausgestellten Kunstwerke gehen den Fragen nach: „Was ist der Mensch?“ und „Wie bestimmt er sich selbst?“ bzw. „Wie wird er selbstbestimmt?“ Demokratie, Meinungsfreiheit, Rassismus, Kapitalismus, Migration, Klimawandel, Ungerechtigkeit, Natur-/Umweltzerstörung – alle großen Themen unserer und der damaligen Zeit kommen vor.
Aufmerksam, z.T. fasziniert, manchmal auch verwirrt oder verstört, nahmen die Steiner die verschiedenen, manchmal skurrilen Ausstellungsstücke und Filme wahr und lauschten den Erläuterungen von Frau Dr. Malz. Beuys an sich ist ja schon schwer zu begreifen. Jetzt kamen noch die vielen verschiedenen anderen Kunstwer

ke mit Erläuterungen hinzu, sodass die Köpfe gelegentlich bei ideologischer Überfrachtung zu rauchen begannen.
Beuys boxte (!) z.B. 1972 auf einer Ausstellung einen Kampf „für direkte Demokratie durch Volksabstimmung“. Diesem Video gegenüber befindet sich eine Art Protest-Banner-Wald („STREET“ von Phyllida Barlow), und dahinter hängt ein Wandteppich von Goshka Macuga mit dem Namen „Make Tofu Not War“. Außerdem tanzt u.a. ein Künstler (Moussa Hillebrand) in einem Video für Demokratie („Video Loop of Decolonial Resistance“, 2019) und auf einem singt Patti Smith mit Publikum „People Have the Power“ (2019).
In besonderer Erinnerung blieb auch das Kunstwerk von Santiago Sierra (“Destroyed Word“, 2010-2012), bei dem zehn kleine Videos nebeneinander ausgebeutete Arbeiter aus zehn verschiedenen Ländern zeigen, die mit dem für die Wirtschaft ihres Landes wichtigen Material einen 3m großen Buchstaben des Wortes „Kapitalism“ bauen und anschließend zerstören. Ebenso beeindruckte „The Boat People“ (2020) von Tuan Andrew Nguyen, der mit Kindern in einem Zukunfts-Szenario Stationen vietnamesischer Umsiedlungs-Geschichte nachgestellt hat.
Wer sich die Ausstellung angucken möchte, sollte sich beeilen, denn sie schließt am 15.8..