England, wir kommen!

„Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ (Matthias Claudius, 1740-1815)

Wir sind zwar nicht mehr im Zeitalter von Matthias Claudius, aber die Englandfahrt der 8. Klassen vom 11.- 15. Februar 2020 war mindestens genauso abenteuerlich. Es sollte eigentlich genau 10 Tage nach dem Austritt Großbritanniens aus der EU, also am 10. Februar, losgehen. Leider machte uns Sturmtief „Sabine“ (oder „Ciara“, wie es in England hieß) einen Strich durch die Rechnung. Die Häfen in Dover und Calais wurden geschlossen und auch die Schulen in Kleve blieben geschlossen, was bedeutete, dass wir uns erst am frühen Dienstagmorgen auf den Weg machen konnten.

An diesem Morgen kamen alle gut gelaunt und pünktlich am Treffpunkt an, die letzten Grippeviren waren bekämpft, so dass es endlich losgehen konnte. Nach einer kurzen Saunaeinheit im zweiten Bus, die aber alle gut überstanden, wurden wir Zeugen, wie zwei große Reisebusse es in einen Zug schaffen, um durch den Tunnel nach England zu gelangen. Beim Rangieren hätte man eine Stecknadel fallen hören können, aber letztendlich gab es Applaus für unsere beiden Busfahrer, die die Busse gekonnt im Zug parkten und uns die Überfahrt über den noch stürmischen Kanal ersparten.

Auf der Insel angekommen machten wir uns mit der englischen Kultur vertraut. Es gab „one-minute presentations“ zu Essensgewohnheiten und der königlichen Familie, die Nationalhymne Englands wurde gesungen und wir gewöhnten uns daran, dass der Bus auf der „falschen“ Seite der Straße fuhr. Unsere Achtklässler wurden immer gespannter, wie es in ihrer Gastfamilie wohl sein würde. Bei der Ankunft in England wurde noch ein wenig Koffertausch gespielt, was aber von den professionellen Koordinatoren vor Ort gelöst wurde. So waren am Ende alle Schülerinnen und Schüler in ihren Gastfamilien untergebracht und freuten sich auf ein gutes englisches Essen und das Programm am nächsten Tag.

Für einen Teil der Gruppe ging es am Mittwoch nach Bristol, der andere Teil der Achtklässler fuhr nach Wales. Donnerstags besuchten wir Kleves Partnerstadt Worcester, wo wir sogar vom Bürgermeister empfangen wurden, bevor wir am Freitag die etwas verkürzte Fahrt mit einem Kulturprogramm in Bath abschlossen und uns schlussendlich vor dem nächsten Sturmtief „Dennis“ (oder „Viktoria“, wie es in Deutschland hieß) wieder auf den Rückweg machten. Nach Bus und Fähre kamen alle Achtklässler und ihre sechs Begleiter, müde von der Nachtfahrt, aber voller Eindrücke und Erinnerungen wieder sicher in Kleve an.