Maja Schulte beim Sprachenturnier in Meißen

Fremdsprachen sind fantastisch!“ Diesen Satz habe ich, Maja Schulte (Q1), während meiner Teilnahme am Sprachenturnier des Beundeswettbewerbs Fremdsprachen diese Woche ungefähr 25 mal gehört, denn Herr Sicking, der Leiter des Bundeswettberwerbs Fremdsprachen begann jede seine Ansprachen mit diesem Satz. Und wenn man ihn so oft hört, dann verinnerlicht man ihn nicht nur, sondern man merkt auch wie engagiert und mit wie viel Freude alle Teilnehmer und ehrenamtliche Juroren zum diesjährigen Sprachenturnier in Meißen zusammenkamen. Das Sprachenturnier ist das bundesweite Finale des Fremdsprachenwettbewerbs, zu dem insgesamt 66 Jugendliche aus ganz Deutschland und sogar eine Schülerin einer deutschen Auslandsschule in Spanien anreisten.


Der Wettbewerb beginnt immer im Frühjahr und wird erst nur auf Landesebene ausgetragen. Dort gewannen nicht nur ich, sondern auch Jessica Zwarg, Zeineb Madouche und Julia Dicks aus meiner Stufe. Gemeinsam fuhren wir im Juli zur landesweiten Preisverleihung in Dortmund, doch nach Meißen reiste ich alleine. Das Turnier fand dort im Schloss Siebeneichen vom 26. bis zum 29. September 2018 statt.
Der Wettbewerb bestand aus vier Aufgaben für alle Teilnehmer in modernen Fremdsprachen, die für die Teilnehmer in Latein und Altgriechisch etwas abgewandelt wurden. Das war zum einen die „RAP“-Aufgabe (Recherchieren, Ausarbeiten, Präsentieren). Am Donnerstagmorgen reisten die Teilnehmer für diese Aufgabe zu drei verschiedenen Sehenswürdigkeiten in der Umgebung, in meinem Fall die Albrechtsburg mitten in Meißen, verbrachten dort zwei Stunden und waren am Nachmittag zu einer bestimmten Zeit einer Jury zugeteilt, der sie ihre Sehenswürdigkeit unter einer Fragestellung vorstellen sollten. Meine erste Wettbewerbssprache war Englisch und ich sollte als Vertreter der Stadt Meißen einen Reiseveranstalter, die beiden Juroren, von der Stadt Meißen und natürlich der Albrechtsburg überzeugen.
Die zweite Aufgabe hieß „HEU“ (Hören, Einprägen, Umsetzten) und sah vor, dass wir, nachdem wir am Mittwoch, dem Anreisetag, direkt eine Präsentation über Mittelhochdeutsch und Minnegesang gehört hatten, am Donnerstagnachmittag, nach dem Hören eines Ausschnitts des Nibelungenlieds, einen Schülerzeitungsartikel in unserer ersten Wettbewerbssprache über Mittelhochdeutsch und Minnegesang im Allgemeinen und das Nibelungenlied im Speziellen verfassten. Das funktionierte ein bisschen wie bei einer Klausur, denn wir waren Räumen zugeteilt und es gab aufsichtsführende Juroren. Außerdem war es natürlich hilfreich, wenn man der Präsentation am Vortag aufmerksam gefolgt war und sich das Hand-Out noch einmal angeschaut hatte.
Eine weitere Aufgabe nannte sich „REIZ“ (Reden über Erlesenes in der Zweitsprache). An der landesweiten Runde nimmt jeder nur mit einer Sprache teil, doch in Vorbereitung auf das Sprachenturnier hatte ich eine weitere Sprache gewählt, Französisch, und ein vorgegebenes Buch in ihr gelesen. Über dieses mussten wir am Freitagmorgen mit einem anderen Teilnehmer diskutieren. Wie auch bei der „RAP“-Aufgabe waren wir Juroren, Räumen, Zeiten und Partnern zugeteilt. Ich hatte Glück, denn ich war erst um 10:15 Uhr, einer der letzten Termine, an der Reihe und konnte mich so länger vorbereiten.
Die letzte Aufgabe hieß „TEAM“ (Thema suchen, Entwerfen, Ausfeilen, Mitreißen) und war, wie der Name schon sagt, im Team zu bearbeiten. Ich war Mitglied des Teams 8 mit Selma, meiner Zimmerpartnerin, die Französich als erste Sprache hatte, Brian, der auf Latein teilnahm und Ella und Helena, die beide auch Englisch sprachen. Insgesamt gab es zwölf Teams, die alle einen eigenen Teamraum im Schloss hatten und von einem Juror begleitet wurden. Die Aufgabe war es, bis Freitagabend ein fünf minütiges Theaterstück zu Thema „Aufbruch“ auf die Beine zu stellen, indem jeder ungefähr gleich oft und nur in seiner Wettbewerbssprache zu Wort kam. Ich habe mich mit allen in meiner Gruppe sehr gut verstanden, doch weil wir so viele Ideen hatten und alle sehr motiviert bei der Sache waren, war es oft schwierig alles unter einen Hut zu bekommen. Doch am Ende hatten wir ein Theaterstück mit dem jeder glücklich und zufrieden war, indem fünf Menschen aufgrund von emotionalen „Aufbrüchen“ zum Mars aufbrechen.
Aufgrund dieser vielen Aufgaben war es wichtig, dass man einen guten Überblick über die Zeit hatte und sich Zeiten zum Vorbereiten gut einplante. Vor allem der Donnerstag war vollgepackt und stressig, doch eben weil man so selbständig arbeiten durfte, waren die Tage auch gleichzeitig sehr entspannt und so anders als in der Schule. Außerdem hat es viel Spaß gemacht, am meisten die Arbeit im Team. Alle Teilnehmer waren sehr motiviert und hatten, genau wie ich, einfach Spaß an ihrer Fremdsprache, was man auch an der Atmosphäre während des Turniers gemerkt hat.
Ich bin sehr froh über meine Teilnahme und auch, wenn ich keinen ersten, zweiten oder dritten Preis, die am Samstag, den 29.September verliehen wurden, belegt habe, hat das Sprachenturnier sich doch gelohnt, denn ich habe viele Menschen kennengelernt, die ähnliche Interessen haben wie ich.