Ovids Metamorphosen neu zum Leben erweckt durch Schülerinnen und Schüler

Bericht  über das Projekt Bilder-Streit des Museums Kurhaus und von Lateinschülerinnen und -schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Kleve

Im Rahmen einer Ausstellung des Museums Kurhaus Kleve zu Kupferstichen von Hendrik Goltzius machten sich Schülerinnen und Schüler des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Gedanken zu den Gründen, die er für die Darstellung vieler Geschichten aus Ovids Metamorphosen hatte. Was interessierte Goltzius an der Gestalt der Europa, des Kadmos oder der Kallisto? Die Mitglieder des Lateinkurses der EP von Frau Grepel und mehrere des Parallelkurses von Herrn Beeker waren an vier Donnerstagen aktiv, um ihre Interpretationen Ovids zu zeigen, jeweils im Vergleich zu denen des Künstlers Goltzius und zur deutschen Übersetzung des Ovidtextes, vorgetragen von je einem prominenten Vorleser.

Der römische Dichter Publius Ovidius Naso (43 v. Chr. – 17 n.Chr.) verband mythologische Stoffe mit dem Anspruch, sie in die römische Tradition einzureihen. Bei ihm sind göttlich-ewige Handlung und menschlich anrührende Gefühle nah beieinander. Hendrik Goltzius (1558 – 1617), ein begnadeter Kupferstecher, war ebenfalls sichtbar von diesem Spannungsfeld angetan und hat dies in 52 Stichen umgesetzt. Die Lateinschülerinnen und -schüler entwarfen dazu kurze Szenen, in denen die menschliche Seite der Geschichten aufschien: ein Phaeton leidet an der Ungewissheit, ob der Gott Apollo sein Vater ist. Er will sich beweisen und schießt über das Ziel hinaus. Die Königstochter Europa ist vertrauensselig und muss dies mit Vergewaltigung und dem Leben in einem unbekannten Kontinent bezahlen. Die Nymphe Kallisto versucht in der Interpretation der Schüler, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen, doch eine zornige und frustrierte Juno zeigt kein Mitleid. Europas Bruder Kadmus schließlich versucht, alles richtig zu machen und muss dafür viele Opfer bringen.

Die Zuschauer zeigten sich durchweg interessiert, angeregt und auch amüsiert über so viel Engagement. Die Kuratorin Valentina Vlasic betonte, dass sie sich auch in Zukunft ein gemeinsames Projekt mit dem FvS vorstellen kann.