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Polizei Kleve im Einsatz für die Medienerziehung: „Wir gehen nicht ins Internet, wir sind im Internet“

Polizei Kleve im Einsatz für die Medienerziehung: „Wir gehen nicht ins Internet, wir sind im Internet“

Dieser Satz mag unter den derzeitigen Bedingungen der Corona-Pandemie mehr denn je Geltung für sich beanspruchen. Umso wichtiger erschien es uns, auch in diesem Jahr unser jährliches Medienkompetenztraining in der Jahrgangstufe 6 durchzuführen. Zu diesem Zweck haben wir Herrn Kriminalhauptkommissar Stefan Hellwig von der Abteilung Kriminalprävention der Kreispolizeibehörde Kleve am Mittwoch, den 05.05.21 zu einer gemeinsamen Online-Veranstaltung „zu uns“ eingeladen. Dem derzeitigen Modell des Wechselunterrichts entsprechend nahm die eine Hälfte unserer Schülerschaft in der Schule, die andere von Zuhause aus an dieser Schulung teil.

Gemäß dem Motto unseres Kompetenztrainings „Sicher im Internet unterwegs“ ging es insbesondere darum, unsere „jungen Steiner“ nicht nur über Chancen, die das Internet uns allen zweifelsohne bietet, aufzuklären, sondern sie auch frühzeitig mit Verhaltensregeln sowie den rechtlichen Grundlagen für den sicheren Umgang mit dem „World Wide Web“ vertraut zu machen. Gemeinsames Anliegen dieser Veranstaltung war es, den Schülerinnen und Schülern einen reflektierten und verantwortungsvollen Um gang mit dem Internet und diversen sozialen Medien wie beispielsweise WhatsApp, Instagram, Snapchat, Tiktok und anderen zu ermöglichen. Da das Internet, wie es so schön heißt, „nichts vergisst“, ging es an diesem Vormittag vor allem darum, unseren Schülerinnen und Schüler wertvolle Tipps zu geben, wie sie sich bereits im Vorfeld vor eventuellen Risiken schützen und sich vor unwiderruflichen Fehlern bewahren können.

In einem offenen Gesprächsaustausch informierte Herr Hellwig die Jahrgangsstufe umfassend über zeitbezogene moderne Medien, soziale Netzwerke, rechtliche Grundlagen sowie insbesondere mögliche Gefahren hinsichtlich der Nutzung der diversen Medienangebote. So machte er etwa auf die Gefahren so genannter „Kettenbriefe“ aufmerksam und schilderte, wie solche „Briefe“ zur Manipulation und Einschüchterung von Kindern im Netz genutzt und instrumentalisiert werden.

Daneben klärte er unter anderem über das „Recht am eigenen Bild“ sowie damit einhergehende Mobbing-Vorgänge und deren strafrechtliche Konsequenzen bei Nichtbeachtung oder Missbrauch auf. Ferner wurden gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern Tipps erarbeitet, wie man sich vor der unerwünschten Verwendung eigener Bilder oder persönlicher Daten durch „Fremde“ schützen kann. Ein weiterer Aspekt, der in diesem Zusammenhang thematisiert wurde, ist die Tatsache, dass das unbedachte Öffnen oder Verschicken fremder Videodateien oder so genannter „Porno-Sticker“ nicht nur zu schweren Verstörungen oder Traumatisierungen bei Kindern und Jugendlichen führen, sondern überdies eine Straftat darstellt und juristisch verfolgt werden kann. Besprochen wurde an dieser Stelle auch, wie man durch Deaktivierung bestimmter Funktionen verhindern kann, dass derartige problematische Inhalte oder Abbildungen im eigenen „Foto-Album“ (Bildergalerie) gespeichert werden.

Weitere wertvolle Hinweise gab Herr Hellwig unseren Schülerinnen und Schülern nicht zuletzt im Hinblick auf den Umgang mit diversen Online-Spielen wie zum Beispiel „Fortnite“. Nicht selten nutzen Fremde derartige Plattformen, um vor allem Kinder und Jugendliche anzusprechen und im schlimmsten Fall durch gezielte Manipulation gefügig zu machen und sie physisch oder psychisch zu missbrauchen. Die eindringliche Botschaft der Polizei lautet in diesem Zusammenhang: „Versende niemals Nacktfotos von Dir“, auch nicht an Leute, die du kennst oder zu kennen meinst. Niemals! Mit diesen Worten und dem Appell an alle Schülerinnen und Schüler, sich bei Fragen und Problemen stets an Lehrer und Eltern zu wenden und das Gespräch zu suchen, endete das Medienkompetenztraining.

An dieser Stelle möchten wir uns bei Herrn Hellwig herzlich dafür bedanken, dass er uns in unserem gemeinsamen Anliegen unterstützt, die Medienkompetenz unserer Kinder zu schulen. Wir freuen uns auch weiterhin auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit, in der wir auch in Zukunft darum bemüht sein werden, die Fähigkeit unserer Schülerinnen und Schüler zu fördern, sich selbstbestimmt, aufmerksam und verantwortungsbewusst durch das Netz zu bewegen.

Besonderer Dank gilt darüber hinaus all den Kolleginnen und Kollegen, die diese Veranstaltung ermöglicht und begleitet haben – insbesondere Stephanie Hommels, Alexander Wild und Georg Lettmann. Vielen Dank!

Im Auftrag der Medien-AG: M. Bergmann


Hier noch einige Impressionen, was unsere jungen „Steiner“ aus dieser Veranstaltung mitnehmen.

Ich habe gelernt, …

– keine Links für gewonnene Preise zu öffnen

– keine Kettenbriefe weiterzuleiten

– dass WhatsApp auf meine Bilder zugreifen kann

– dass man sich immer auch mal selbst „googeln“ sollte

– niemanden zurückzurufen, wenn man die Nummer nicht kennt

– Anti-Viren-Apps zu installieren

– niemals den eigenen Namen oder seine Adresse zu sagen

– unter keinen Umständen Nacktbilder von sich selbst zu verschicken

– keinen fremden Gruppen beizutreten

– dass es Leute gibt, die andere so krass mobben

– dass man nicht einfach ein Bild von jemand anderem veröffentlichen darf

– dass es viele schlimme Fälle auch in Kleve gibt

– dass man sich leicht strafbar machen kann

– ein sicheres Passwort einzurichten (Zahlen, Zeichen, Groß- und Kleinschreibung)