Een, twee, drie… und fertig ist die Sprachprüfung

Die ersten drei Pioniere an unserer Schule haben das offizielle niederländische Sprachzertifikat erworben. Im Herbst letzten Jahres haben sich erstmals drei Q2-Schüler zu einer freiwilligen Prüfung angemeldet, bei der die Fertigkeiten im Schreiben, Lesen, Sprechen und Hören der niederländischen Sprache überprüft werden. Ein wichtiges Teilnahmemotiv war die Reglung, dass viele niederländischen und flämischen Universitäten und Hochschulen eine bestandene B2-Prüfung als Studienvoraussetzung anerkennen. Die drei Schüler Linda van der Molen, Maarten Oversteegen (von unserer Schule) und Celine Overbeek (vom Konrad-Adenauer-Gymnasium) haben diesen Sprachnachweis jetzt „in der Tasche“ und konnten ihn unserem Schulleiter kürzlich präsentieren. Die Wörter aap , noot und Mies, die sie in ihren Händen halten, waren im alten Grundschulunterricht die ersten Wörter, die niederländische Kinder lesen lernten.
Die Schulleitung und die Fachschaft Niederländisch hoffen, dass dieses neue, zusätzliche Angebot im Fremdsprachenunterricht an unserer Schule auch in den nächsten Schuljahren von Oberstufenschülern angenommen wird. Neben der Studienzulassung ist das Zertifikat auch nützlich bei Bewerbungen und als Abiturtraining.  Was den Französischlernern die DELF-Prüfung ist, das ist für die niederländische Sprache die CNaVT-Zertifikatsprüfung („Certificat Nederlands als Vreemde Taal“). Die Prüfung „Educatief Startbekwaam“ entspricht dem Niveau B2 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GeR) und wird von der Universität in Leuven (Belgien) koordiniert. (Mehr Infos auf cnavt.org) Vor Ort mussten die Prüflinge an zwei Tagen schriftliche und mündliche Prüfungen ablegen, die aus drei Teilen bestanden, eben: een, twee und drie.

Eine Zeitzeugin berichtet: „Betrügerischer Schein“

„Das darf niemals wieder geschehen“

Die Aula ist ganz still. Man hört nur das Atmen unseres Sitznachbarn. Man hört nur die kraftvolle taffe Stimme der Dame, die vor uns steht.

Am Donnerstag, den 16.03.2017 beleuchtete Eva Weyl (82 Jahre), eine überlebende Jüdin des Holocaust, ein weiteres Mal, jedoch kein Stück weniger ergreifend als die Jahre zuvor, ihre Familiengeschichte und auch ihre persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen als kleines Kind in einem nationalsozialistischen Durchgangslager in den Niederlanden.

Die Jahrgangstufe 9 versammelte sich gespannt in der großen Aula und richtete ihre Augen gebannt auf Eva Weyl. Auch für die Zeitzeugin war es wieder mal ein ganz besonderes Erlebnis, denn auch ihr Vater war Schüler am Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Kleve und machte dort einst sein Abitur.

Die Familie, Besitzer des ursprünglichen Kaufhaus A. Weyl, der heutigen Galeria Kaufhof in Kleve, floh mit der Hoffnung auf Schutz und Neutralität des Landes im Krieg in die Niederlande. Doch dort wies man sie bald an, das Durchgangslager Westerbork aufzusuchen.

„Da hatte ich Angst“

Anfangs noch ein Lager, in dem es wenig Nahrung, kleine Baracken und etliche Diebstähle gab, war Westerbork bald ein einzigartiges Lager in den Niederlanden, welches von einem einzigen großen betrügerischen Schein bedeckt wurde. Es gab eine Schule, welche die junge Eva Weyl besuchte, eine Wäscherei, eine Badeanstalt, einen Spielplatz und abendliche Unterhaltung wie Kabarett. Der Beruf des Vaters als Angestellter in der Lagerverwaltung rettete der Familie oft das Leben. Unter der Führung von Albert Konrad Gemmeker, einem SS- Führer, wurden die Juden vor den Deportationen in die KZs im Osten ruhig gehalten, um Problemen zu entgehen.

„Wir hörten Gerüchte, dass die Juden im Osten getötet werden.“

Schon bevor Westerbork 1945 von kanadischen Soldaten befreit worden war, endeten die Deportationen bereits 1944 und kein Zug fuhr mehr gen Osten in die Konzentrationslager.

Zum Abschluss ihres Besuches durften die Schülerinnen und Schüler der Zeitzeugin noch etliche Fragen stellen. Sie hat dabei noch mehrmals an die Mitschüler appelliert, wir seien verantwortlich für die Zukunft, nicht für die Vergangenheit und wir müssten dafür sorgen, dass etwas derartiges kein zweites Mal geschehe. Danke für diesen bewegenden Vortrag!

von Sarah Tacke und Laurenz van Bonn, Klasse 9b

 

Hier noch einige Zitate aus dem Vortrag von Frau Weyl:

„Man hat mich nicht gekriegt!“

Immer hat es unschuldige Tote gegeben, aber dieses Mal war es industrielles Morden, es gab Fabriken zum Morden

„Ja, ich wäre lieber Christin gewesen.“

„Nie wieder Auschwitz!“

 

Darüber, wie wir, die Klasse 9b, diese Begegnung mit Frau Weyl wahrgenommen haben, sollen die folgenden Äußerungen Aufschluss geben.

Zuvor möchten wir uns, auch im Namen des Freiherr vom Stein Gymnasiums, jedoch noch einmal ganz herzlich bei Frau Weyl für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz „gegen das Vergessen“ bedanken.

 

Folgende ausgewählte Zitate stammen von Schülerinnen und Schülern aus der Klasse 9b:

Aus dem Besuch von Frau Weyl nehmen wir mit, dass….

  • „die jetzige Jugend dafür verantwortlich ist, dass so etwa nicht noch einmal passiert“ (Moritz Fluch)
  • „man diese schreckliche Zeit nie vergessen soll und wir als ´Zweitzeugen´ diese Informationen über Generationen weiter geben sollen“ (Kaylyn Verkühlen“)
  • „das Böse nur gewinnt, wenn gute Menschen nichts unternehmen“ (Maximilian Sattler)
  • „man nie die Hoffnung verlieren soll“ (Vitus Möllmann)
  • „man die Hoffnung nicht verlieren darf und dass nach etwas sehr Schlimmen wieder etwas Gutes kommt“ (Karam Shahoud)
  • „wir in Zukunft aufpassen sollen, wen wir wählen oder was wir tun“ (Milan Zijstra)
  • „es wichtig ist, andere zu akzeptieren – mit ihrer Religion, Herkunft und allem, was sie als Menschen ausmacht“ (Charlotte Souvignier)
  • „Stolpersteine wichtig und sinnvoll sind“ (Leonie Labod)
  • „es unsere Pflicht ist, die Geschichte weiter zu erzählen, da es bald keine Zeitzeugen mehr geben wird, die davon berichten können“ (Leonard Kratz)
  • „die Opfer der Nazi-Zeit nicht bloße Zahlen sind, sondern Personen, die eine eigene faszinierende Geschichte erzählen können“ (Sarah Tacke)
  • „jeder Mensch zählt“ (Emilie Hintzen)
  • „wir für die Zukunft verantwortlich sind und dass wir, wenn wir wählen dürfen, gut überlegen, wen wir wählen“ (Jana Dreis)
  • „man nicht wegschauen sollte, wenn etwas Schreckliches passiert“ (Luise Küstermann)
  • „es damals regelrecht eine Industrie zum Töten gab“ (Florian Winkels)
  • „es wichtig ist, welche Partei man wählt. Wir können nichts mehr an dem ändern, was passiert ist, aber wir können dafür sorgen, dass so etwas in Zukunft nie wieder geschieht“ (Jana Jansen)
  • „jeder Mensch ein Recht auf sein Leben und seine Freiheit hat“ (Lizzy Kersten)
  • „die Hitler-Zeit eine sehr schreckliche Zeit war und es nie wieder so werden darf“ (Chiara Schröter)
  • „systematisch versucht wurde zu morden“ (Melina Verheyen)
  • „die Zahl der Opfer nicht die Schwere einer Tat bestimmt, sondern dass es selbst bei nur einem Opfer schlimm gewesen wäre“ (Hannah Heusipp)

Englisches Prüfungswochenende

24 motivierte Schülerinnen und Schüler der Q1 haben am vergangenen Wochenende (17./18.03.2017) die Prüfung für den Cambridge-Zertifikatskurs abgelegt. Sie haben sich im Rahmen eines Vertiefungskurses auf das First Certificate in English for Schools (FfS), das die Bereiche Reading and Use of English, Writing, Listening and Speaking umfasst, vorbereitet und sind am Wochenende zum Städtischen Stiftsgymnasium nach Xanten gefahren, welches ein Cambridge-Prüfungszentrum ist. Jetzt heißt es nur noch: Daumen drücken für die Ergebnisse, die die Schülerinnen und Schüler in ca. 6 Wochen erhalten werden.

Frankreichaustausch

Am 4.2. begann unsere Reise – wir hatten einen langen Weg vor uns. Nach 12 Stunden Fahrt kamen wir am Samstagabend gegen 20 Uhr in Redon an. Am Sonntag war Programm in den Familien angesagt. Ich fuhr wie viele andere an diesem Tag zum Strand. Es war sehr windig und wir blieben nicht lange dort. Stattdessen machten wir ein Picknick im Auto.

Am Montagmorgen trafen sich alle Franzosen und Deutsche mit den Lehrern in der Cafeteria, wo wir von der französischen Schule zum Frühstück eingeladen wurden. Es gab Baguette und Orangensaft. Danach wurden wir von unseren Austauschschülern durch die immense Schule geführt. Es gibt insgesamt 8 Gebäude. In jedem Gebäude werden bis zu drei Fächer unterrichtet. Anders als bei uns hat jeder Lehrer seinen eigenen Klassenraum, und die Schüler müssen zu ihm kommen. Nachdem wir die Schule gesehen hatten, war es nun Zeit sich Redon anzugucken. Ein Lehrer der Schule zeigte uns beispielsweise die hübsche Kirche der Stadt. Dann besuchten wir noch den Markt und hatten danach Freizeit. Die französischen Schüler hatten erst um 17:30 Uhr Schule aus, also mussten wir um diese Uhrzeit wieder dort sein.

Am Dienstag machten wir den ersten der zwei Ausflüge außerhalb von Redon: Es ging nach Nantes! Zuerst guckten wir uns das Château des ducs de Bretagne an. Dies ist ein riesiges Schloss inmitten von Nantes. Danach  hatten wir zweieinhalb Stunden Freizeit in der Innenstadt. Gegen 14:30 Uhr machten wir uns auf in Richtung Machines de l’île, welches ein neuartiges Kunstprojekt ist. Tiere wurden aus Metall nachgebaut und um ein Vielfaches vergrößert. Die ,,Tiere” bewegen sich auch und man durfte sogar auf sie drauf klettern. Danach sind wir noch auf einem sehr großen Karussel gefahren. Außerdem lief auf diesem Platz ein riesiger motorangetriebener Metallelefant herum. Man konnte später noch auf eine Plattform klettern, von der man die ganze Stadt gesehen hat. Wow, war das ein Ausblick!

Der nächste Tag verlief etwas ruhiger. Wir arbeiteten gemeinsam mit unseren Austauschpartnern an einem Projekt über deutsch-französische Kooperation im CDI. Alle Schüler hatten nur bis zwölf Uhr Unterricht – der perfekte Moment, um mit unseren Austauschpartnern in deren Turnhalle Sport zu treiben. Wir spielten Basketball, Fußball und Handball.

Am Donnerstag machten wir den zweiten Ausflug zum Mont St Michel, der eine Art kleiner Berg mit Kloster und zugleich eine Gemeinde ist. Es sah sehr spektakulär aus. Wir machten eine Führung und hatten anschließend noch Zeit uns in der kleinen Gemeinde umzusehen. Insgesamt wohnen dort unter 20 Menschen.

Am letzten Tag durften wir mit unseren Partnern in den Unterricht gehen. Ich hatte Chemie und Mathematik. Danach aßen wir in der Kantine, gingen anschließend in die Stadt und durften uns dort frei beschäftigen. Um zwei Uhr trafen wir uns vor dem Rathaus und wurden dort vom Stadtrat empfangen. Im Anschluss daran hatten wir ein letztes Mal die Gelegenheit uns in Redon zu vergnügen. Am Abend organisierten die Franzosen noch eine Abschlussfeier, auf der wir alle Spaß hatten. Am nächsten Morgen hieß es dann schon: Bis in drei Monaten und au revoir!

Laurens Hendrickx

 

STEINER STELLEN IHRE KUNST AUS!

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG MIT FESTAKT IN DER VHS KLEVE

Am 1. März 2017 wurde in der VHS Kleve die Wanderausstellung „Die Spuren der Zeit“ eröffnet. Zur Begrüßung erhielt jeder Besucher ein kleines, selbstgeschriebenes Gedicht, um auf die Werke einzustimmen. Lassen Sie sich von den Bildimpressionen inspirieren und besuchen Sie selber die Ausstellung! Die 15 sehenswerten Exponate der beiden EP Kunstkurse sind in den Räumen der Bildungseinrichtung zu den hauseigenen Öffnungszeiten zu sehen.

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Ein dreifach donnerndes Helau!!!

Ein Ex- Steiner im 200. Jubiläumsjahr als Karnevalsprinz von Kleve:

Prinz Andreas der Grenzenlose besucht uns mit seiner Garde und den Funkerschwänchen und bringt karnevalistische Stimmung in die Bude!weiterlesen…

Tage der religiösen Orientierung 2017

von Maike Schrickel. 

Wie jedes Jahr hieß es für uns Abiturienten im Januar: Zeit für Besinnung, Zeit für die Tage der religiösen Orientierung. Somit ging es für den evangelischen Religionskurs mit Frau Matthias im Gepäck am 9. Januar nach Solingen. Schon beim Eintreffen war klar, nachdem wir nach 12 Jahren Schulzeit wirklich die verschiedensten Unterkünfte erleben durften, dass der ‚Hackhauser Hof‘ deutlich über unseren Ansprüchen lag.
Nachdem wir unseren Tagungsleiter Claudius begrüßt hatten, ging es dann auch schon mit dem Programm los. Wir hatten uns zuvor einmal in Kleve getroffen, um über das Programm zu sprechen. Der Fokus sollte hauptsächlich auf dem neuen Lebensabschnitt nach dem Abitur liegen, da viele von uns noch nicht wissen, was sie später machen möchten oder was einen erwartet.
Claudius hatte verschiedene Aufgaben für uns vorbereitet, bei denen wir zeigen konnten, worüber wir uns die meisten Gedanken machten. So nahmen wir zum Beispiel gedanklich an einem Ausflug ins Kino teil, wo uns zwar nicht Brad Pitt erwartete, dafür aber das Schöne in unserem Leben, unsere Sorgen oder auch unsere eigene Vorstellung von der Zukunft. Anhand von selbstgemalten Bildern hielten wir diese Gedanken dann fest, auch wenn man nachher nicht immer erkennen konnte, was die paar Striche auf dem Papier wirklich bedeuten sollten. Bei einer anderen Übung sollten wir dann die zehn wichtigsten Dinge in unserem Leben aufschreiben, diese in eine bestimmte Reihenfolge bringen und schließlich aussortieren. Der Verzicht fiel uns jedoch ziemlich schwer, was uns aber nur darauf aufmerksam machte, wie gut wir es doch eigentlich haben, trotz der ganzen Hausaufgabenquälerei und den langen Unterrichtstagen.
Da wir eine sehr kleine Gruppe von nur acht Schülern waren, fiel es uns sehr leicht, sich zu öffnen und auf die anderen einzugehen. Besonders das Thema ‚Entscheidungen treffen‘ interessierte uns sehr und dabei ging es nicht nur darum, ob man Schokolade oder Gummibärchen bevorzugt. Wir sprachen über die Art und Weise, wie man Entscheidungen trifft, ob der Bauch oder Kopf entscheidet und ob ich mich jetzt später festlegen muss. Auch wenn wir dadurch noch nicht die Entscheidung für die bevorstehende Tätigkeit der nächsten 50 Jahre getroffen haben, so haben wir definitiv etwas Neues gelernt, was uns für den Augenblick nützlicher erschien als binomische Formeln.
Insgesamt war es eine gelungene Auszeit, bei der es keinen Zwang gab, irgendwelche Lieder zu singen oder Gebete auswendig zu lernen. Schon allein das gute Essen reichte für eine grundlegende Zufriedenheit aus und die gemütlichen Abende waren ein schöner Abschluss für die wohl letzte Fahrt unserer Schullaufbahn.
Ein Dank gilt hierbei vor allem Claudius, der unser Schweigen immer als freundliche Zustimmung interpretierte und so auf unsere Wünsche einging. Somit geht es nun für uns zurück in den Schulalltag, aber die letzten Monate werden die Lehrer uns wohl noch ertragen zu müssen, bis es dann auf nimmer Wiedersehen heißt!