„From a time where the world went mad“ – “Aus einer Zeit, wo die Welt verrückt spielte”

von Elena Dominick, 9c

„Ich bin hier, damit Auschwitz nicht vergessen wird.“ Mit diesem Ziel besuchte uns am vergangenen Donnerstag die Überlebende des Holocausts Eva Weyl (79).

 

Eineinhalb Stunden erzählte sie über die Geschichte ihrer, aus Kleve stammenden, Familie vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg. In ihrem Fall hatte die Geschichte ein gutes Ende, in ihrer nächsten Verwandtschaft überlebten alle. Ihren Glauben allerdings habe sie verloren; heute sei es ihre Religion, ihre Mission, solange wie möglich ehrenamtlich als Zeitzeugin für die Gedenkstätte Westerbork zu sprechen.

Sie selbst verbrachte mehrere Jahre im Durchgangslager Westerbork, von wo zwischen 1942 und 1944 93 Züge in die im Osten liegendem Vernichtungslager los fuhren. Was den Menschen dort widerfahren ist, will man damals nicht gewusst haben. Anders als 100.000 deportierte Juden hatten Eva Weyl und ihre Eltern Glück und konnten dem Abtransport drei Mal entkommen.

In Westerbork versuchte man ein annähernd normales Leben vorzutäuschen, obwohl man auch dort nur ein Ziel verfolgte – massenweise Juden in den Tod zu führen. Das Lager hatte sein eigenes Krankenhaus, eine Schule, die auch Eva Weyl besuchte, und einen Spielplatz – alles umgeben von Wachtürmen und Stacheldraht.

Uns treffe keine Schuld und keinerlei Verantwortung für das Vergangene, allerdings liege es an uns, was wir daraus machen, so beendete Eva Weyl ihren bewegenden Vortrag über das Schicksal ihrer und zahlreicher anderer Familien, welchem wir bis zum Ende gespannt folgten.

 

Darüber, wie wir diese Begegnung mit Frau Weyl wahrgenommen haben, sollen die folgenden Äußerungen Aufschluss geben.

Zuvor möchten wir uns jedoch noch einmal ganz herzlich bei Frau Weyl für ihr Engagement und ihren unermüdlichen Einsatz „gegen das Vergessen“ bedanken.

Folgende ausgewählte Zitate stammen von Schülerinnen und Schülern aus der Klasse 9c:

„Man kann sich nach dem Vortrag von Frau Weyl viel besser vorstellen, wie (auch mit welcher Angst) die Menschen unter Hitler lebten.“ Anna Derieth

„Ich fand es schockierend, wie Frau Weyl in den Baracken gelebt hat und was es für schlechte Lebensbedingungen gab. Ich fand es schockierend, dass man den Juden gesagt hat, dass man, wenn man mit dem Zug Richtung Osten gebracht wird, nur härter arbeiten müsse.“ Dennis Hefke

„Ich fand es toll, dass Frau Weyl so offen über das Thema gesprochen hat.“ Vivian Gregoreck

„Ich fand den Vortrag von Frau Weyl sehr interessant, obwohl viele ihrer Erzählungen sehr traurig waren. […] Es war aber auch spannend, etwas über das Leben zurzeit des Nationalsozialismus zu erfahren – und das von einer Frau, die diese Zeit selbst erlebt hat. Ich finde es toll, dass Frau Weyl dafür sorgt, dass diese Geschehnisse niemals vergessen werden.“ Miriam Hoffs

„Der Vortrag war gefühlvoll und sehr informativ. Erst nachher habe ich wirklich erkannt, wie ernst die Lage für die Menschen damals war und wie viel Glück die Familie Weyl hatte.“ Luca Verkühlen

 „Mich hat es sehr gefreut, dass Frau Weyl sich dafür engagiert, dass der Zweite Weltkrieg nicht in Vergessenheit gerät.“ Anita Werwein

 „Ich fand den Vortrag sehr interessant, jedoch auch schockierend. Ich fand es sehr krass zu erfahren, dass Frau Weyl und ihre Familie dreimal nur durch pures Glück der Deportation entkommen sind.“ Linn Wolf

 „Sehr interessant fand ich es, als sie anfing, von ihrer Kindheit zu erzählen. Sie wusste früher nicht, was sie erwartete und kriegt dann eines Tages von ihren Eltern gesagt, dass sie einen kleinen Koffer packen muss.“  Adriana Tünnißen

 „Während des Vortrags habe ich viel gelernt. […] Es war interessant, die ganze Familiengeschichte der Weyls während des Zweiten Weltkriegs zu hören. Auch jetzt noch kann ich mich gut an den Vortrag erinnern und viel ist hängen geblieben. […] Der Vortrag war sehr gut, und ich sage, man sollte die Chance, von Zeitzeugen nutzen, solange wie es geht.“  Christian Katschak

„Was ich für mich weiß, ist, dass wir in einer Welt leben, in der es noch vielen Menschen schlecht geht. wenn ich einen Beitrag leisten kann, dass es anderen, denen es schlechter geht als mir, zu helfen, ich würde es tun.“ Oraphan Singpheng

„Frau Weyls Vortrag hat mich viel gelehrt und heute, nach dem Vortrag, gehe ich mit einer anderen Einstellung in die Schule (aus dem Haus) und habe Respekt vor denen, die so etwas miterlebt haben. Die, die Witze über Juden machen, denen ist in keinster Weise bewusst, was in der Vergangenheit passiert ist.“ Max Brauer