70 Jahre später – was geht mich das an?

Zweiter Vortrag von Frau Eva Weyl am 24. Juni vor der Q1 des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums

Frau Weil brachte viele Fotos mit, um ihren Vortrag anschaulich zu gestalten.Nach ihrem Vortrag am 27. Mai kam die Holocaust-Überlebende Frau Eva Weyl ein zweites Mal am 24. Juni zu Besuch in unsere Schule, diesmal um den Schülern der Q1 über ihr Leben zu berichten. Im Folgenden die Eindrücke einiger Schüler dieser Jahrgangsstufe von dieser Begegnung:

„Ein Vortrag gegen das Vergessen, so lautete das Motto von der Holocaust-Überlebenden Eva Weyl, die als Mädchen einige Jahre im Durchgangslager Westerbork verbringen musste. Allein aus dem Grund, dass sie eine Jüdin ist… Sie bezeichnete das Durchgangslager zwischenzeitlich als Dorf. Doch der Anschein trügt, denn auch von hier wurden jeden Monat tausende Juden in die Konzentrationslager, Auschwitz, Bergen-Belsen und Theresienstadt gebracht – und das nahezu ohne Widerstand.“ (Lars Rehbein, Q 1)

„Ich war sehr berührt von ihrer Geschichte und finde es bewundernswert, dass sie trotz ihres Alters noch so stark ist und so positiv durch ihr Leben geht, trotz all der Erfahrungen, die sie gemacht hat.“ (Areta Bromand, Q 1)

„Auch wenn es ihr ein Anliegen ist, besonders vor deutschen Schülerinnen und Schülern zu sprechen, weil ihre Eltern deutscher Abstammung waren, betonte sie immer wieder, dass es ihr nicht darum ginge, diesen jede Art von Mitschuld aufzulasten.“ (Gabriele Fink, Q 1)

„Durch den Vortrag von Frau Weyl erlangte ich auch ein ganz anderes Bild von der damaligen Zeit, da die Bilder, die man von damals kennt, nun auch mit Emotionen verknüpft sind und man sich so wesentlich besser in die Situation hineinversetzen kann.“ (Hendrik Rehbein, Q 1)

„Jedoch tut sich auch eine gewaltige Verständnislosigkeit auf und die immer wiederkehrende Frage »Wieso ?« Die Geschichte von Frau Weyl hilft hier nur wenig, denn weshalb kann sich der Lagerkommandant am geselligen Kabarettabend von Berliner Juden erfreuen, wenn er sie am nächsten Tag in den Tod schickt? Und es bleibt die Frage, wie es zu solchen Unmenschen kommen konnte, inwiefern sie nicht auch die Nachkriegszeit geprägt haben und ob es sie noch gibt.“ (Max Kres, Q 1)

Vielen Dank an Herrn Thölking für das Sammeln der Schülermeinungen!