Cambridge-Examen und was dann?

Mit dem bestandenen Cambridge-Examen in der Tasche machte sich der Vertiefungskurs „Cambridge English“ am Mittwoch, 9.5.2018, auf den Weg zur Radboud Universiteit nach Nijmegen, um dort in die englische Sprachwissenschaft der Universität hineinzuschnuppern. Auf dieser Exkursion konnte der Kurs ganz lebensnah der Frage nachgehen, warum man sich als Schüler so intensiv mit dem Lernen der englischen Sprache beschäftigen darf oder muss

Der erste Nutzen war ganz praktischer Natur: Wer kein niederländisch spricht, braucht zum Kaufen der Busfahrkarte englisch. Gleiches gilt für den Kauf von Snacks im Uni-Supermarkt oder für das kostenlose Slush-Eis auf dem Campusgelände.

Etwas differenzierter gelang die Antwort auf die Frage während des Besuches im Sprachlabor der Linguistik (Sprachwissenschaft). Dort wird Sprache und ihre Verwendung wissenschaftlich erforscht. Die Schülerinnen und Schüler durften erfahren, wie in Tests untersucht wird, auf welche Weise Menschen Dialekte verinnerlichen und sich ihnen anpassen. Sehr spannend war auch die Problematik, wie Duftwahrnehmungen versprachlicht werden und welche Defizite Sprachen in dieser Hinsicht haben. Eine weitere Fragestellung war die Augen­bewegung beim Lesen von Sprache. Untersucht wird in Sprachlaboren, die eigentlich eher kleine schalldichte Kabinen mit entsprechender technischer Ausstattung sind. In solchen Laboren kann auch untersucht werden, wie unterschiedliche Aussprache in einer (Fremd)sprache von anderen Menschen wahrgenommen wird. Nach diesem Einblick stellte sich den Schülerinnen und Schülern natürlich die Frage nach dem Nutzen solcher Experimente. Die prompte Antwort war: Fürs Marketing oder für Werbung – oder man bleibt einfach in der Wissenschaft.

Die Vorlesung „English language and culture“, die sich an eine Campusführung und Mittagspause anschloss, beschäftige sich mit der Frage, wie sich die englische Sprache seit dem 5. Jahrhundert entwickelt hat. Der Dozent brachte anschauliche Beispiele aus dem Roman „Herr der Ringe“ und sprach beeindruckend fließend alt- und mittelenglisch. Das war eine wunderbare Ergänzung zum Englischunterricht in der Schule, der sich erst mit der englischen Sprache ab der Zeit von Shakespeare im 16. Jahrhundert beschäftigt.

Abgerundet wurde der Tag durch eine allgemeine Information zum Studium, Anmeldeverfahren und sprachlichen Voraussetzungen an der Radboud Universiteit, wo wir uns wieder der ursprünglichen Fragestellung nähern, warum es Sinn macht die englische Sprache zu beherrschen: Einige der Studiengänge werden auf Englisch angeboten, wozu logischerweise auch englische Sprachkenntnisse nachgewiesen werden müssen.